Amadeu Vembane

Ungläubig, schockiert und fassungslos mussten wir erfahren, das Amadeu Vembane am 13. März im Krankenhaus in Halle verstorben ist. Viele, die ihn kannten und schätzten, haben in den letzten Monaten und Wochen immer öfter die Frage gestellt: Hast Du etwas von Amadeu gehört? Mit Sorge in der Stimme manchmal und doch immer mit Hoffnung. Wir sind tieftraurig, Amadeu wird uns sehr fehlen. Als Kollege, als Partner, als Freund.

Amadeus großes Herz hat aufgehört zu schlagen. Auch ich kann es nicht fassen.

Ich möchte meinem Kollegen und guten Freund Amadeu einige Zeilen widmen. Mögen sie auch allen anderen Menschen, Familie, Freunden, Kolleg/innen und Trainer/innen helfen, zu trauern und zu erinnern.

In tiefer Trauer und dankbarer Verbundenheit müssen wir - und muss auch ich - Abschied nehmen.

Konstantin Müller, 17.03.2014

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Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.
 
Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!
 
Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.
 
Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
- es bleibt so bestehen, immer -
ohne Unterbrechung.
 
Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
- irgendwo, ganz in der Nähe -
nur ein paar Straßen weiter.
 
(Henry Scott-Holland)
 
 
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Vorstellung des Netzwerkes

Im August 2010 wurde mit der konzeptionellen Vorbereitung eines Kooperations­projektes von Auslandsgesellschaft Sachsen- Anhalt / Deutsche Angestellten-Akademie GmbH begonnen, ein  Netzwerk Interkulturelle Bildung/ Interkulturelle Öffnung in Sachsen-Anhalt aufzubauen.
Als längerfristiges Ziel wurde formuliert, die Interkulturelle Kompetenz insbesondere in der Landes- und Kommunal­verwaltung zu erhöhen und so dazu beizutragen, eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige interkulturelle Öffnung im Land zu schaffen.
Für die Implementierungsphase wurden realistische Zwischenziele aufgestellt:

  • Inhaltliche An- und Herausforderungen herausarbeiten und erproben, als Grundlage für ein EIF- gefördertes Projekt; Recherchen zu den Rahmenbedingungen und Fördermodalitäten des EIF- Fonds
  • Antragstellung an den Europäischen Integrationsfonds (EIF)
  • Sensibilisierung von Entscheidungsträgern; Information über geplante Projektinhalte und zur Erhöhung der Bereitschaft, für thematische Fortbildungen zu werben
  • Konzeptionelle und methodische Überprüfung/ Überarbeitung vorhandener Workshopmodule
  • Durchführung modellhafter Workshops zur Erprobung/ Evaluation der Inhalte und Methoden

Projekt Netzwerk Interkulturelle Öffnung / Interkulturelle Bildung - Fortbildungsservice für Kommunen

Seit Dezember 2011 sind wir ein vom Europäischen Integrations­fonds gefördertes Projekt. Durch eine Kofinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt ergänzt, ist es nun auf drei Jahre angelegt. Wir bieten insbesondere den Kommunalverwaltungen Bildungs- und Unterstützungs­angebote an, um interkulturelle Kompetenzen aufzubauen und MitarbeiterInnen zu qualifizieren.

Darüber hinaus unterstützen wir andere Bereiche in Verwaltung, Bildung und Weiterbildung weiterhin in ihren jeweiligen Bemühungen und streben eine landesweite Vernetzung der wichtigen Akteure an. Ein sehr wichtiges Gremium ist hierbei der seit 2011 bestehende Fachbeirat Interkulturelle Bildung.

Situation im Land Sachsen-Anhalt

Zwischen 4 und 4,5 Prozent der in Sachsen-Anhalt lebenden Personen haben einen Migrationshintergrund. Davon besitzen circa 35 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit und über 20 Prozent sind in Deutschland geboren.1

Die Kommunal- bzw. Landesverwaltung, die sozialen Regeldienste sowie andere Einrichtungen des öffentlichen Lebens gehören zu den Orten, wo Menschen sehr direkt Anerkennung oder Ablehnung erfahren. Diese Eindrücke können entscheidend für das Handeln und die Orientierung in der Gesellschaft sein, unabhängig davon, welche Rechte an den Aufenthaltsstatus geknüpft sind.

Im Bereich der öffentlichen Verwaltung werden gerade im Arbeitsfeld Integration häufig Überforderungsgefühle, mangelnde Kommunikationskompetenzen, Fremdheitsängste oder Verunsicherungen empfunden, die ihre Ursache auch in einem ständigen Wandel der Aufgabenstellung haben.

Doch Interkulturelle Kompetenz von Beschäftigten in Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung, ihre interkulturelle Sensibilisierung sowie die tatsächliche Öffnung aller Strukturen in unserer Gesellschaft sind unabdingbar und der Schlüssel für eine gelingende Integration. Das Projekt Netzwerk Interkulturelle Öffnung / Interkulturelle Bildung in Sachsen-Anhalt - Fortbildungsservice für Kommunen trägt in den kommenden drei Jahren dazu bei, interkulturelle Kompetenzen in den Kommunalverwaltungen aufzubauen und zu stärken, sowie das Thema Interkulturelle Öffnung im Land voranzubringen.

 

 

1) Quelle: Tätigkeitsbericht der Integrationsbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt, 2009